Die Zukunft der halle02

Auf dieser Seite informieren wir über die Planung, Entwicklung und Zukunftsvisionen der halle02 innerhalb der Bahnstadt.  

Wie es ganz konkret mit der Kultur- und Veranstaltungslocation in der Bahnstadt weitergehen kann, zeigen die Betreiber der halle02 in der folgenden Präsentation. (Stand: März 2012)

Liebe Freunde,

seit die halle02 im April 2002 den ehemaligen Güterbahnhof aus seinem Dornröschenschlaf erweckte, wurde viel über die Zukunft des Heidelberger Kulturhauses diskutiert. Ursprünglich als temporäres Projekt gestartet, ist die halle02 inzwischen in ihrem zehnten Jahr angekommen bzw. immer noch nicht angekommen. Unzählige Male stand das Projekt auf der Kippe, das inzwischen über 300 Veranstaltungen quer durch alle Genres pro Jahr realisiert und knapp 150.000 Besucher für Musik, Szene und Kultur begeistert. Über 1 Mio. Gäste sind seit der Eröffnung mit der Halle durch dick und dünn gegangen und haben die Halle zu dem gemacht, was sie heute ist: Ein wichtiger Ort für Kultur, an dem das Lebensgefühl junger Menschen und der aktuelle Zeitgeist in Heidelberg spürbar wird.

In unmittelbarer Umgebung der halle02 entsteht derzeit mit der Bahnstadt die größte innerstädtische Entwicklungsmaßnahme Deutschlands. Der neue Stadtteil wird größer als die Altstadt und soll Wohnraum für 5.000 Menschen und bis zu 7.500 Arbeitsplätze schaffen. Seit ca. einem Jahr stimmen wir mit der Heidelberger Stadtverwaltung ein Konzept ab, wie die halle02 in den neuen Stadtteil sinnvoll integriert werden kann. Erweitert werden soll das bisherige Angebot - Konzerte, Parties, Ausstellungen, Lesungen etc. - durch ein Restaurant und einen größeren Veranstaltungssaal, der auch für Kongresse und Vorträge genutzt werden kann. 

Am 31.12.2012 endet mal wieder unser Mietvertrag, was den Entscheidungshorizont für den Gemeinderat wie immer äußerst kurz macht. Bis Ende Juni müssen sich also die Gremien der Stadt für oder gegen den Fortbestand des Kulturhauses entscheiden. Vor kurzem erschien ein Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung zum Thema. Darin wird das Thema "Lärm" als Knackpunkt für das Gelingen des Projektes ausgemacht. Wir denken, dass eine Belebung eines Stadtteils und eine Urbanisierung niemals geräuschlos ablaufen kann und soll.

 

Nun zu unserem Anliegen: Wir denken, dass das Thema "Zukunft der halle02" stärker in die öffentliche Diskussion rücken sollte, damit der Gemeinderat die Relevanz der halle02 als wichtiger kultureller Ort für Heidelberg und als Motor der Stadtentwicklung für den neunen Stadtteil besser einschätzen kann. Wir wären Euch sehr dankbar, wenn Ihr an die RNZ Redaktion (stadtredaktion(at)rnz.de) einen Leserbrief schreiben, bei facebook.de/halle02 kräftig posten, uns hier einen Gästebucheintrag hinterlassen und in Eurem näheren Umfeld für unsere Belange einstehen könntet.

 

Es bleibt spannend!


Euer halle02-Team 
[31. Januar 2012]

 

Stimmen

"Die Halle 02 gehört zu Heidelberg, wie das Heidelberger Schloss, die untere Straße oder die Neckarwiese!“

 

"Ihr leistet immens viel für die Vielfalt im Nachtleben! Ein Laden in dem soviel Musik zuhause ist, ist einfach selten! Von Alternative über Elektronisch, Reggae oder Pop hier wird einfach jeder glücklich!“

 

"10 Jahre halle02 heißt 10 Jahre gelungener Spagat zwischen Sub-, Pop- & Hochkultur.“

 

"Wo gibts das schon, ein neuer Stadtteil wird aus dem Boden gestampft und kann sich bereits mit einem etablierten kulturellen Ort schmücken? Das ist Luxus und lässt die Bewohner anderer Stadtteile mit Stolz in Richtung Bahnstadt schauen.“

 

Schicke uns auch Deine Glückwünsche -  hier 

Pressespiegel

Auch www.MEIER-online.de hat einen Videobericht zu unserem 10 Jährigen gemacht. 

Inka-Magazin (Karlsruhe) April 2012: 
Zehn Jahre Halle02 in Heidelberg

RegioInka (Karlsruhe), 15.03.2012:

Zehn Jahre Halle02 in Heidelberg

schneckenhof.de, 12.03.2012:

Die neue alte halle02

Die Zukunft der halle02 entscheidet sich in den nächsten Monaten. Bei dem ersten Bahnstadt-Stammtisch wurde vorgestellt, wie sich die halle02 in den neuen Stadtteil integrieren will...

Im April 2002 wurde der ehemalige Heidelberger Güterbahnhof aus seinem Schönheitsschlaf geweckt: Die halle02 wurde zu einem großartigen Projekt von dem Atelier Kontrast! Das ursprünglich zeitlich begrenzte Projekt sollte Musikveranstaltungen und Ausstellungen unterschiedlichster Art an einen Ort vereinen. Inzwischen ist das Projekt in seinem zehnten Jahr und hat bereits viele Höhen und Tiefen überstanden. Das größte Problem war aber immer der nur auf ein Jahr begrenzte Mietvertrag, d.h. der aktuelle läuft am 31.Dezember wieder aus. Die Stadt Heidelberg ist zudem gerade dabei das größte innerstädtische Projekt Deutschlands zu realisieren: Die Bahnstadt soll ein größerer Stadtteil werden als die Altstadt und Wohnraum für bis zu 5000 Menschen, sowie bis zu 4500 Arbeitsplätze schaffen. Das entscheidende ist jetzt, ob und wie die halle02 in den neuen Stadtteil integriert werden kann. Darüber müssen die Gremien der Stadt entscheiden. Und das bis spätestens Juni, denn schließlich müssen auch die Betreiber der halle02 planen, ob das zehnte Jahr ihr letztes wird oder noch viele Jahre folgen...

Wie die halle02 in den neuen Stadtteil integriert werden kann, wurde Ende letzter Woche bei dem ersten Bahnstadt-Stammtisch von der halle02-Geschäftsleitung, Felix Grädler, persönlich vorgestellt.

Das neue und doch irgendwie alte Konzept soll die halle02 weiterhin als einen wichtigen Ort für Kultur darstellen. Das Lebensgefühl junger Menschen und der aktuelle Zeitgeist Heidelbergs sollen dabei spürbar sein. Die halle02 möchte dabei als Motor, Bindeglied und Identitätsfaktor im neuen Stadtteil tätig sein. Das neue Konzept soll zudem alle Interessen berücksichtigen und deshalb ist das Konzept, das bereits von vielen Köpfen gut durchdacht ist, immer noch änderbar. Schließlich möchte man als erste Bewohner seit zehn Jahren ein zentraler kultureller Mittelpunkt der Bahnstadt operieren.

Das Konzept der halle02 besteht aus sechs Ebenen: Gastronomie/ Kongress, Kultur, Subkultur/ Szene, Veranstaltungen/ Konzerte, Freizeit/ Begegnungen und Quartiersmanagement.
Die Gastronomie/Kongress ist ein neuer Ansatzpunkt. Ein Restaurant soll als eine Art "Neo-Kantine" einen modernen und kreativen Mittagstisch zu fairen Preisen liefern. Dies wäre auch für die angrenzenden Firmen interessant, da jene keine eigene Kantinen eröffnen müssten. Ein Nebenraum soll dann für besondere Veranstaltungen (Hochzeit, Abiball, Kongress) den nötigen Raum bieten und zudem die einfache Bewirtschaftung durch das Restaurant bieten. Die Ebene der Kultur soll weiterhin ausgebaut werden mit Lesungen, Comedy und Klein-Kunst. Die Subkultur/ Szene soll mit einem individuellen Touch die Urbanität der Großstadt in die Rhein-Neckar Region holen. Internationale und nationale, sowie noch unbekannte DJ''''s sollen die Besucher ins Schwitzen bringen. Der Punkt der Veranstaltungen/ Konzerte soll ausgebaut werden und viele Veranstaltungen in Heidelberg hostieren lassen, statt nach Mannheim ziehen zu lassen. Die Freizeit/ Begegnung steht für die Fläche um den Güterbahnhof. Es soll ein öffentlicher Platz werden, an dem man sich mit Freunden trifft. Die Gestaltung hierfür ist aber noch nicht abgeschlossen - Ideen werden noch gesammelt. Der letzte Punkt, das Quartiersmanagement, soll als eine Art Kontaktbörse oder Vermittler für alle Bewohner und Mitarbeiter der Bahnstadt fungieren.

Das Konzept klingt gut - das finden viele. Doch wie soll das alles realisiert werden! Vor allem, wenn die halle02 als Mittelpunkt in einem mehr oder weniger Wohngebiet steht!?
Selbst auf das Thema Lärm hat das Konzept eine Antwort parat. Die halle02 wird in vielen Schritten sich Stück für Stück verändern. Es kommt zu einer Zweiteilung des Güterbahnhofes: Der bereits belegte Teil wird saniert. Hier werden das neue Restaurant, der Kongresssaal und die Kultur ihren Platz finden. Das noch ehemalige Zollamt wird von einem Neubau ersetzt, in dem die Veranstaltungen und der urbane Club ihren Platz finden. Durch den Neubau würde die Lärmbelästigung somit kaum nach außen dringen. Verbunden wird Alt und Neu durch ein Foyer in der Mitte, das auch als Eingang agieren soll. Dieser wird sich am Ende auf der zum Hauptbahnhof gerichteten Seite befinden, um die Menschen nach allen Events zwischen den Firmengebäuden direkt zum Bahnhof zu leiten. Somit möchte man geschickt den Lärm von den Wohngebäuden lenken. Auch eine neue Straßenbahnanbindung und die bereits neue Treppe vom Hauptbahnhof sollen hierbei behilflich sein.

Kurz gesagt, die halle02 hat eigentlich an alles gedacht! Deshalb will sie darum "kämpfen", um auch in Zukunft für Euch als vielfältiges Veranstaltungshaus im alten Güterbahnhof Heidelberg kreativ, authentisch und innovativ urbane Trends der Kultur und Subkultur mit hoher Qualität präsentieren zu können!

Deshalb unterstütz die halle02 (weiterhin) mental mit netten Grüßen im Gästebuch oder bei Facebook. Oder besucht einfach die kommenden Events der halle02. Zeigt der Stadt wie wichtig es ist ein solches Veranstaltungshaus nicht im Keim zu ersticken!

Ein auf viele Jahre befristeter Mietvertrag wäre doch für die halle02 das schönste Geschenk zum Geburtstag, meint ihr nicht!? Also hilft bei diesem "Geschenk"!

Mannheimer Morgen, 10.03.2012

Kulturzentrum will Fläche verdoppeln

Von unserer Mitarbeiterin Julia Koch

Die Bahnstadt wächst, und die Halle 02 will mit ihr wachsen. Am Donnerstagabend hat Geschäftsführer Felix Grädler beim ersten selbst einberufenen Bahnstadt-Stammtisch das Konzept vorgestellt, mit dem die Halle 02 im neuen Stadtteil bestehen will.

Rund 30 Interessierte waren gekommen, darunter auch einige künftige Anwohner. Das Konzept sieht vor, dass die genutzte Fläche ungefähr verdoppelt wird - das heißt, auch der aktuell leerstehende Teil des ehemaligen Güterbahnhofs wird einbezogen.

Das Musik- und Kulturprogramm soll bestehen bleiben und mit einem Restaurant sowie einem Kongressangebot für Firmen ergänzt werden. Dafür muss der Komplex komplett umgestaltet werden: Der bisher genutzte Teil soll saniert werden und künftig das Restaurant, eine Küche, einen Raum für Kultur und einen für Seminare sowie ein großes Foyer beherbergen.

"Moderne Kantine" geplant

Das Restaurant, so Grädlers Plan, soll einen Mittagstisch anbieten und als moderne Kantine für die Büros im Umkreis dienen. Dabei soll der Hallen-Charme erhalten bleiben. Der Kulturraum bietet Platz für Ausstellungen junger, zeitgenössischer Kunst und kleine kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Comedy-Kleinkunst.

Im hinteren Teil soll ein Neubau entstehen, in dem größere Veranstaltungen stattfinden können das wird der größte Bereich.

Kongresse, Seminare, Vorträge, Konzerte, Partys, Theater, Musicals, Firmenweihnachtsfeiern - Grädler stellt sich eine große Bandbreite an Nutzungen vor. Durch die in der Bahnstadt ansässigen Unternehmen rechnet er mit höherer Nachfrage gerade in dem Bereich.

Mit 1600 Stehplätzen und modernster Veranstaltungstechnik will er noch viel mehr und größere Events als bisher anziehen, da die aktuelle Halle in puncto Größe und Deckenhöhe nicht immer den Anforderungen der Veranstalter genügt habe, sagt Grädler. Im Keller des Neubaus ist ein Club geplant, in dem DJs auflegen und die Subkultur weiter gepflegt wird. Nur mit einem Neubau könnten die Lärmschutzauflagen hier erfüllt werden, erklärt Grädler.

Trotzdem sind der Lärm durch abziehende Partygäste und Konzertbesucher sowie die fehlenden Parkplätze weiter Probleme, für die noch nach Lösungen gesucht wird. Einer der künftigen Bahnstadtbewohner sieht es locker: "Mit Sicherheit würden sich Leute beschweren", sagt Norbert Swiers, aber: "Meine größte Sorge ist, dass das Aufregendste in der Bahnstadt das Rascheln von Laub im November sein wird."

Eine Art Quartiersmanagement

Damit liegt er genau auf Grädlers Linie, der die Halle 02 zum kulturellen Mittelpunkt der Bahnstadt machen will. Und weil der Ort auch eine Art zentrale Anlaufstelle und Kontaktbörse werden soll, will Grädler zusätzlich noch eine Art Quartiersmanagement anbieten: Vermittlung von Kinderbetreuung, Catering, Reinigung, Konzertkartenservice.

"Wir wollen den Bewohnern der Bahnstadt das Leben erleichtern", erklärt der Geschäftsführer die Idee und denkt dabei insbesondere an Wissenschaftler, die nur für kurze Zeit dort wohnen und sich nicht auskennen. Bei den Stammtischgästen fand das Konzept Anklang - ob es aber Wirklichkeit wird, ist noch unklar. Die Stadt Heidelberg als Eigentümer der Hallen müsste den Umbau übernehmen, die Kosten werden gerade noch kalkuliert. Laut Grädler ist das Konzept bei der Stadt auf positive Resonanz gestoßen. Bis Juni erhofft er sich eine Entscheidung.

Denn: "Wir können nächstes Jahr nur weitermachen, wenn die Zukunft langfristig gesichert ist".

RNZ, 10.03.2012

Die Halle 02 soll größer werden

ste. Was wird aus der Halle 02? Wenn es nach den Betreibern geht, soll das Veranstaltungshaus bestehen bleiben, auch wenn ringsherum der neue Stadtteil Bahnstadt fertig ist - und es soll sogar noch wachsen. Am Donnerstagabend präsentierten die "Halle"-Macher ihre Zukunftspläne der Öffentlichkeit.

Vor allem die Gastronomie wollen die Betreiber stark ausbauen. Geplant ist eine "Neo-Kantine", in der die Angestellten der Labore, Büros und sonstigen Betriebe des "Campus II" essen können. Aber auch Partys, Konzerte, Kunst und Subkultur sollen weiterhin ihren Platz in der Halle 02 haben. Dafür wollen Geschäftsführer Felix Grädler und seine Mitstreiter auch die Flächen der ehemaligen Güterhallen nutzen, die bis vor Kurzem noch vom Zollamt und anderen Firmen belegt waren. Ihr Plan: Etwa die vordere Hälfte der Gebäude wird saniert, der alte Charme und das Flair der "Halle" sollen erhalten bleiben. Der hintere Bereich soll einem Neubau weichen, dort ist unter anderem ein Konzertraum für bis zu 1600 Besucher geplant, in dem auch Konferenzen oder andere Firmenveranstaltungen stattfinden könnten. Anders als noch im RNZ-Gespräch im Januar soll der Club für elektronische Musik in den Keller verlegt werden.

Knackpunkt dürfte aber der Konzertbereich werden, denn 1600 Besucher verursachen zwangsläufig Lärm, wenn sie spät nachts nach Hause gehen. Und anders als in den ursprünglichen Planungen vorgesehen, wird es rund um die Halle 02 auch Wohnungen geben. Trotzdem gab es bei der Vorstellung der Pläne nur Lob. Ein zukünftiger Bahnstadtbewohner drückte es so aus: "Meine größte Sorge ist nicht der Lärm. Meine größte Sorge ist, dass man im Herbst hier nichts weiter hört als das Rascheln von Laub."

Wie Sanierung und Neubau finanziert werden sollen, ist jedoch noch überhaupt nicht klar. Die "Halle"-Betreiber warten nun auf eine Entscheidung des Gemeinderats, die noch vor der Sommerpause fallen soll, denn die Gebäude gehören der Stadt. Gibt es grundsätzlich grünes Licht, wird weitergeplant.

Econo, 02.03.2012:


Interview mit Hannes Seibold, Geschäftsführer des "Atelier Kontrast" und Betreiber der halle02: "Ein Geschenk für die Bahnstadt"

MEIER Magazin, März 2012:
Wir befinden uns im Jahre 2012 nach Christus. Ganz Bahnstadt ist von Büros und Wohnblöcken besetzt. Ganz Bahnstadt? Nein! Eine von unbeugsamen Kulturschaffen- den bevölkerte Halle hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.

Da hören sie auch schon auf, die Ähnlichkeiten zum kleinen gallischen Dorf. Denn im Gegensatz zu Asterix und Co bedienen sich die Halle-Macher weder einer Hau-drauf-Rhetorik, noch hoffen sie auf ein Zaubermittel zur Klärung ihrer Situation. Sie wollen einzig ein klares Bekenntnis der Stadt, im Idealfall ein „Ja” zur Halle 02. Und beides haben sie verdient.

Die Halle ist eine wichtige Kultureinrichtung, für Heidelberg als Ganzes und die Bahnstadt im Besonderen. Gerade auch mit ihrem neuen Konzept. Und es wäre eine Schande, wenn dessen Umsetzung einzig an der Angst scheitert, irgendwann könnte sich ein Häuslebauer in der Bahnstadt über Lärm beschweren, obwohl man noch gar nicht weiß, ob er auch wirklich zum Problem wird. Beim Teutates! Hier kann die Stadt einmal zeigen, wie viel „Freiraum für Ideen” tatsächlich in der Bahnstadt steckt. Und hoffentlich erkennt sie rechtzeitig, was sie an der Halle hat.

Lokalmatador, 23. Februar 2012:

Sie ist ein fester Bestandteil der jungen Szene Heidelbergs und als solche kaum mehr aus dem kulturellen Bild der Universitätsstadt wegzudenken. Als die halle02 im April 2002 auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs ihre Tore öffnete, war die Skepsis noch groß, dass das ambitionierte Vorhaben der Organisatoren vom Atelier Kontrast, bildende Kunst mit moderner Musik zu kombinieren um so etwas völlig Neues zu schaffen, dauerhaften Bestand hat.

Doch die Bilanz spricht Bände: seit der Eröffnung  kamen über 1 Million Gäste, ein Viertel davon alleine zu den insgesamt 42. Ausstellungen, sie war Gastgeber für die wichtigsten kulturellen Großevents der Region wie das internationale Filmfest Mannheim-Heidelberg (2002), der Heidelberger Frühling (2003), die Heidelberger Poetik-Dozentur (2003) und das Enjoy Jazz-Festival und selbst Gunther von Hagens umstrittene Körperwelten-Plastinate fanden dort  2010 ein kurzzeitiges Zuhause.

Ganz zu schweigen von den zahlreichen Konzerten mit den Top-Acts der Rock- und Pop-Szene: Egal ob DJ-Größe Paul Kalkbrenner, die Pop-Rocker von Reamonn oder Bands und Musiker, die wie die Ska-Kapelle The Busters, die Dancehall-Reggae-Crew Irie Révoltés  oder Hip-Hop-Legende Torch ihre Wurzeln in Heidelberg haben – sie alle wissen um die Einmaligkeit von Flair und Atmosphäre der umgebauten Lagerhalle. Und auch das Heidelberger Partyleben wäre ohne  „Tanzhalle“, „Hallengymnastik“ oder die 90er-Parties um ein Vielfaches ärmer.

Eine echte Heidelberger Erfolgsgeschichte also, so könnte man jedenfalls meinen. Aber ausgerechnet zum Zehnjährigen geht es für das halle02-Team mal wieder um alles: Am 31.12.2012 läuft der Mietvertrag mit der Stadt Heidelberg ab. Diese hatte das Areal im Herzen der „Bahnstadt“ 2010 durch Kauf erworben, um der Halle zunächst den Fortbestand zu garantieren. Damals hieß es, man wolle die Kultureinrichtung und das Zollhof-Areal in den geplanten Campus integrieren.

Nun, da die Pläne für die Bahnstadt weiter konkrete Gestalt angenommen haben, ist eine Verlängerung jedoch fraglich. Der im Zuge der größten innerstädtischen Entwicklungsmaßnahme Deutschlands entstehende neue Stadtteil soll Wohnraum für 5.000 Menschen bieten und auch gegenüber der halle02 sollen Wohnungen entstehen. Möglichen Lärmbelästigungen steht man deshalb skeptisch gegenüber. Dass sich das kulturelle Leben in und um die halle02 nicht geräuschlos abspielen kann, liegt wohl auf der Hand, jedoch sind die Betreiber der Meinung, dass die Belebung eines Stadtteils und eine Urbanisierung niemals geräuschlos ablaufen kann und soll. Bereits seit dem vergangenen Jahr versucht man nun in Kooperation mit der Stadtverwaltung ein Konzept zu entwickeln, um den Fortbestand der Kulturinstitution nachhaltig zu garantieren. Mit einem Restaurant  und einem größeren Veranstaltungssaal, der auch für Kongresse und Vorträge genutzt werden kann, soll das bisherige Angebot vergrößert werden und auch in Sachen Lärmschutz ist man auf der Suche nach Lösungen.

Bis Ende Juni müssen die Gremien der Stadt nun entscheiden, wie es mit der halle02 weitergehen soll, der Entscheidungsrahmen ist demnach relativ eng gesteckt.  Die Heidelberger Stadtratsfraktionen von SPD, Grünen und Generation.hd haben den Machern bereits ihre Unterstützung zugesagt, damit die in Heidelberg einmalige Institution weiterhin einmalig bleiben kann.

Stadtblatt, 08.02.2012

Die Bahnstadt wird im Laufe des Jahres, wenn die Umzugswagen vorgefahren sind, von einer Baustelle zu einem bewohnten Stadtteil. Wie das genau sein wird, wissen wir nicht.
Wir wissen aber, dass es dort schon was Lebendiges gibt: Die halle02 mit allem, was dazu gehört wie die Kunsthalle oder der Garten.
Die halle02 könnte zugleich kultureller Mittelpunkt als auch ein Raum für Begegnung und Vernetzung der neuen Anwohner sein. Und: so etwas wie die hallo02 neu aufzubauen wäre für die Stadt schlechterdings nicht möglich.
Nachdem die Stadt die ehemaligen Güterhallen gekauft hat, ist sie Vermieterin für die Betreiber der halle02. Ende des Jahres läuft der Mietvertrag aus und schon werden Stimmen laut, die fragen, ob man diesen verlängern sollte und ob sich das mit der Wohnbebauung verträgt. Wir sagen ganz klar: Ja. Und wir brauchen die halle02.
Nun wird es Zeit, eine „ Vision halle 02“ zu entwickeln. Die Betreiber haben Ideen und sind in Vorarbeit gegangen: Sie haben ein Konzept für ein Weiterbestehen in der Bahnstadt entwickelt, das sich an die neuen Gegebenheiten des Stadtteils, im speziellen des Campus anpasst. Gastronomie und Kongresse sollen hier genauso einen Platz finden wie Kultur und nachbarschaftliche Begegnung.
Nun gilt es, den Fahrplan aus Sicht der Stadt zu machen: Bauliche Weiterentwicklung, Mietbedingungen, rechtliche Fragen – das nur als ein paar Schlagworte zum Thema. Die Stadtspitze hat sich für den Kauf eingesetzt, um sicher zu stellen, dass es weitergeht mit der halle02. Mit dem Kauf hat sich der Gemeinderat ebenfalls deutlich positioniert.
Und nun muss es weiter gehen: Ende des Jahres läuft der Mietvertrag aus, die Betreiber brauchen Klarheit – es ist ihr Job, den sie da erledigen. Und nicht nur ihrer: in der halle02 sind Menschen beschäftigt und werden ausgebildet. Auch die müssen wissen, wie es weiter geht.
Und… diejenigen, die dieses Jahr nicht mehr einziehen, sollen auch im Sommer 2013 ihr Feierabendkaltgetränk, gemischt mit kulturellem Angebot dort zu sich nehmen können.

Rhein-Neckar-Zeitung, 27, Januar 2012: 
Auch die SPD-Fraktion im Gemeinderat unterstützt das Konzept der Halle 02-Betreiber für den Verbleib ihrer Institution in der Bahnstadt. Geschäftsführer Felix Grädler und Hannes Seibold vom Atelier Kontrast hatten der RNZ ihre Vorschläge vorgestellt, wie die Halle 02 aussehen könnte, wenn der neue Stadtteil fertig ist. Neben einer erweiterten Gastronomie sehen diese Pläne einen Fortbestand der Kunsthalle, einen Club für elektronische Musik und einen Veranstaltungsraum vor, in dem etwa Konzerte für bis zu 1600 Besucher stattfinden könnten.

Derzeit stellen Grädler und Seibold ihre Pläne bei den Gemeinderatsfraktionen vor. Die SPD hat nun den Antrag gestellt, für den Bereich einen Bebauungsplan aufzustellen. "Das Konzept fanden wir sehr überzeugend. Es ist angepasst an die neuen Gegebenheiten und Entwicklungen in der Bahnstadt mit der Nähe zum Wissenschafts-Campus II und auf die Bedürfnisse der neuen Bewohner und Beschäftigten in der Bahnstadt", so Irmtraud Spinnler, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

"Wir begrüßen es sehr, dass die Betreiber ein Konzept vorgelegt haben, mit dem die Bahnstadt einen Identifikationspunkt bekommen wird", ergänzt die Fraktionsvorsitzende Anke Schuster. "Mit dem Bebauungsplan wird sie als Veranstaltungsort festgeschrieben und gesichert, und es können weitere Planungen und Überlegungen umgesetzt werden." Der SPD-Antrag sieht einen Bericht der Stadtverwaltung zum Konzept der "Halle"-Betreiber vor, der dann in den Gremien des Gemeinderats diskutiert werden soll. Die Stadt plant, das Thema noch vor der Sommerpause auf die Tagesordnung zu setzen.