Soul Rebels am 03. November 2013 in Heidelberg, halle_02

Sonntag, 3. November 2013
Beginn: 20.00h

VVK 22 EUR zzgl. Gebühr; AK 26 EUR

halle02

im Rahmen von ENJOY JAZZ

Wenn eine Band vom Fleck weg von Metallica als Support ihrer vier Konzerte in San Franciscos Fillmore West gebucht wird, weil man sich zufällig bei Jools Hollands BBC-Show traf, ist man schnell auf dem falschen Dampfer. Was nämlich diese achtköpfige Formation um ihre Leader Lumar LeBlanc und Derrick Moss auf der Bühne vollführen, hat mit Metallica schon deshalb nichts zu tun, weil die Soul Rebels für ihre fulminanten Shows kein einziges elektrifiziertes Instrument zum Einsatz bringen. Im Wesentlichen blasen sie in Blech, einer trommelt (LeBlanc) und ein anderer singt zuweilen. Sie stammen aus New Orleans, da hat so was Tradition, ob nun beim Karneval Mardi Gras oder auf Beerdigungen. 

 

Also gut, das geht natürlich gar nicht, aber hier geht es eben doch: Mardi Gras BB meets Stevie Wonder, James Brown meets the Blind Boys Of Alabama, Dr. John meets The Busters, und irgendwann spielen alle zusammen ›Sweet Dreams Are Made Of This‹ von den Eurythmics. Absurde Szenerie, wohl eher ein Traum. Doch mitnichten, denn was die beiden Freunde Lumar LeBlanc und Derrick Moss mit The Soul Rebels auf die Beine gestellt haben, gehört zum Innovativsten, was der Süden über die letzten zehn Lenze hervor gebracht hat. Ihre Musik lädt sogar den Rap zum Ständchen ein, sie irrlichtert durch fast die komplette Karibik, sie ankert immer wieder im Mississippidelta und kümmert sich – wohltuend! – einen feuchten Dreck um eingefahrene Kategorien. Ihre Bläsersätze sind so punktgenau arrangiert wie jene von Tower Of Power oder Allan Toussaint, sie kommen nur ein bisschen schnoddriger oder, eleganter ausgedrückt, lässiger über die Rampe.

Und weil The Soul Rebels keine folkloristische Traditionspflege betreiben, darf zwischendurch halt auch mal in dicker Hose gerappt werden und stehlen sich durch die Hintertür ab und an ein paar Latino Beats oder Reggae Tunes ins Geschehen, während der Rapper von vorhin schon wieder als Soulman im Stile Al Greens agiert. Einzig die Bläser verharren fast beständig als herrlich präzise und trotzdem staunenswert laszive Taktgeber. Dieser Band zu entkommen oder vor ihr auch bloß nicht tanzen zu wollen, das wäre ungefähr so wie eine Woche all inclusive in der teuersten Kabine der Queen Mary brüsk abzulehnen. Kaum ohne Grund teilten sich The Soul Rebels nicht nur mit besagten Metallica, sondern auch mit Green Day, Suzanne Vega, Trombone Shorty, Maceo Parker, David Stewart, Kanye West, Estelle, Cee Lo Green, Snoop Dogg und Arcade Fire die Bühne.

Mal ganz ehrlich: Sollte die Band live für ähnlich viel Spaß sorgen wie auf ihrem Album ›Unlock Your Mind‹, dann wäre das schon bombastisch. Normalerweise allerdings machen Bands wie diese live das Fass erst richtig auf. Noch besser. 

www.thesoulrebels.com 

facebook.com/soulrebelsbrassband 

 

Soul Rebels ( 3. November 2013 halle_02 Heidelberg)Soul Rebels ( 3. November 2013 halle_02 Heidelberg)Soul Rebels ( 3. November 2013 halle_02 Heidelberg)

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