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05.2017
Für mehr urbane Kultur!
Für mehr urbane Kultur!

Vom 13. bis zum 27. Mai 2017 fand bereits zum fünften Mal der Alternative Frühling, das urbane Festival für Musik und Gegenwartskultur in Heidelberg statt. Die Akteure aus der Heidelberger Kreativ- und Kulturszene (u.a. halle02, breidenbach studios, PYURE, DAI) haben sich für dieses Festival zusammengeschlossen, um unsere Stadt lebenswerter zu machen und kulturelle Formate in die Region zu holen, die man sonst nur in Städten wie Leipzig, Hamburg, Brügge und Co. findet.

“Die Club- und Subkulturszene der 90er Jahre ist erwachsen geworden und hat ein urbanes Lebensgefühl geprägt, welches gemeinschaftlich den städtischen Raum nutzen und gestalten will. Für diese Energie den Platz und die passenden Formate zu finden ist das Ziel des Alternativen Frühlings.” sagt Felix Grädler von der halle02.

Um dieses urbane Lebensgefühl aufblühen zu lassen, hat sich der Alternative Frühling 2017 darauf fokussiert, den öffentlichen Räumen aber auch brachliegende Gebäude und Flächen künstlerisch und kulturell zu bespielen. Hierbei ging es den Organisator*innen in erster Linie darum, nicht mehr nur über Stadt zu reden, sondern vielmehr mit den Potentialen des urbanen Raums zu spielen und zu experimentieren. Dieser Prozess des Ausprobierens und “einfach mal machens” hat dabei aufgezeigt, an welchen Stellen es einer vereinfachten und besseren Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und kultureller Stadtgestaltung bedarf.

“Eine Stadt, die urban sein will, braucht Platz zum Experimentieren und Freiräume, in denen sich Künstler*innen und Kulturschaffende ausprobieren können. Dank der Unterstützung des ersten Bürgermeisters Jürgen Odszuck konnten wir in der ehemaligen Milchzentrale zeigen, wie ein solches Experiment aussehen kann. So sieht zeitgemäße und kluge Bürgerbeteiligung aus. Außerdem freuen wir uns riesig, dass die Programmpunkte so großen Anklang gefunden haben”, sagt Shiva Hamid von den breidenbach studios.Zum Auftakt des Festivals wurde die Heidelberger Hauptstraße für das Straßenmusikfestival für einen Tag zur Bühne für verschiedene regionale und überregionale Musikgruppen. Die Bürger*innen konnten sich hier hautnah von der Reichhaltigkeit der regionalen Musikszene überzeugen, und die Hauptstraße wurde für einen Samstag zum öffentlichen Festivalgelände.

Eine öffentliche Jamsession am Heidelberger Hauptbahnhof lud Pendler und Reisende zum Verweilen ein und gab der lokalen Musikszene die Möglichkeit, ihre Kreativität und ihr Können einem neuen Publikum zu präsentieren.Auch dem Medium Film wurde im Rahmen des Alternativen Frühlings Rechnung getragen: Eine zentrale, öffentliche Grünfläche wurde an zwei Tagen für jeweils über 200 Menschen zum Kinosaal unter freiem Himmel. Gezeigt wurden “Wenn der Vorhang fällt” – ein Film mit und über die Heidelberger HipHop-Szene – sowie verschiedene Filme des Kurzfilmfestivals “Zum goldenen Hirsch” aus Mannheim. Hier wurde darauf geachtet, dass die Nachbarschaft nicht in ihrer Nachtruhe gestört wurde: Der Ton der Filme wurde über Funkkopfhörer an das Publikum ausgespielt. So wunderten sich vorbeigehende Spaziergänger, dass es an den beiden Abenden auf diesem Platz viel ruhiger war als sonst üblich.

Mit der Zwischennutzung öffentlicher Gebäude und Flächen beschäftigten sich vor allem die Eröffnungsveranstaltung und die Abschlusskundgebung des Alternativen Frühlings. Die Auftaktveranstaltung des Alternativen Frühlings fand dieses Jahr in der alten Milchzentrale statt. Hier wurde eine zum Teil seit Jahren leerstehende Liegenschaft der Stadt Heidelberg von verschiedenen Initiativen und Veranstaltern bespielt und mit viel Liebe zum Detail in eine urbanen Nachtgalerie verwandelt. Der Andrang zur Eröffnung zeigte deutlich, dass solche Events in Heidelberg fehlen und stark nachgefragt werden.

Nicht alle Antragsverfahren liefen jedoch ohne Probleme ab. Die Abschlusskundgebung des Festivals mit dem Thema “Kultur als Motor für zukunftsfähige Stadtentwicklung” konnte nicht am beantragten Versammlungsort stattfinden – der brachliegenden Ochsenkopfwiese in Bergheim West. Demnach ist die Wiese aus Sicht der Stadt kein öffentlicher Kommunikationsraum sondern ein Privatgelände der Stadt Heidelberg. “Es ist wirklich schade, dass wir nicht auf die Wiese dürfen“, so einer der Teilnehmer zum Ende der Kundgebung. “Und doch liegt es an uns, hier einfach mit den Füßen abzustimmen und der Stadt zu zeigen, dass es viele Bürger*innen gibt, die auf einer grünen Fläche mehr wollen als Spazierengehen und auf Bänken sitzen”.

 “Für das Team des Alternativen Frühlings waren die 15 Tage Festival nicht nur ein spannender Austausch im Netzwerk sondern auch eine Bestätigung der Idee des Festivalgedankens – mehr Raum für kulturelle Experimente in der Stadt – und so freuen wir uns schon auf die Vorbereitung für den Alternativen Frühling 2018, der voraussichtlich vom 28.04. bis zum 13.05.2018 stattfinden wird”, resümiert Alexander Schäfer von der halle02.

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